Startschuss für die Sommerreifen-Saison

Umrüstung Sommerreifen

Reifenexperte von Vergölst gibt Tipps zum Reifenwechsel

Wann ist der richtige Zeitpunkt für den Wechsel von Winter- auf Sommerreifen? Einer Faustformel zufolge um Ostern herum, doch wenn die Temperaturen wie in den letzten Tagen morgens noch in der Nähe des Gefrierpunktes liegen, ist es dafür noch zu früh.

„Erst wenn es draußen dauerhaft wärmer als sieben Grad ist, kommen die Vorteile von Sommerreifen in punkto Sicherheit, Sparsamkeit und Fahrkomfort voll zum Tragen“, erläutert Peter Groß vom bundesweit präsenten Autoservicedienstleister Vergölst. Dieser Zeitpunkt steht nun unmittelbar bevor. „Der Deutsche Wetterdienst hat frühlingshafte Temperaturen von bis zu 20 Grad angesagt. Damit ist der Startschuss für den Beginn der Sommerreifen-Saison gefallen“, so der Reifenexperte.

Ob die im letzten Herbst demontierten Sommerreifen wiederverwendet werden können oder neue Pneus angeschafft werden müssen, hängt im Wesentlichen von zwei Faktoren ab – dem Alter und der Profiltiefe. Dazu Peter Groß: „Weil das Gummi im Laufe der Jahre altert und seine Griffigkeit verliert, sollten Reifen nicht älter als zehn Jahre sein. Aufschluss darüber gibt die vierstellige DOT Nummer auf der Seitenwand des Reifens, denn die beiden letzten Ziffern verweisen auf das Herstellungsjahr und die beiden ersten auf die dazugehörige Kalenderwoche. Zum anderen sind sich die Fachleute einig, dass ein Reifenprofil von mindestens drei Millimetern nötig ist, um das Aquaplaning-Risiko zu begrenzen. Und diese Tiefe sollte natürlich auch noch am Ende der Saison vorhanden sein. Beim Wechsel lediglich darauf zu achten, dass die gesetzlich vorgeschriebene Mindestprofiltiefe von 1,6 Millimetern eingehalten wird, ist nicht gerade weitsichtig.“ Ein Check der Bereifung im Reifenfachhandel schafft Sicherheit für die nächsten Monate.

Wäre es besser, einfach mit den noch voll funktionsfähigen Winterreifen weiterzufahren als auf abgefahrene Sommerreifen zu wechseln? Peter Groß hält solche Überlegungen für abwegig: „Wer das Thema Sicherheit ernst nimmt und rechnen kann, für den stellt sich diese Alternative überhaupt nicht. Um bei wärmeren Temperaturen einen möglichst kurzen Bremsweg und bei regennasser Straße bestmögliche Aquaplaning-Eigenschaften zu haben, sind moderne Sommerreifen eines Markenherstellers die beste Alternative. Aber auch aus finanziellen Gründen ist es falsch, auf den Reifenwechsel zu verzichten. Nicht nur weil Winterreifen bei wärmeren Temperaturen viel schneller verschleißen als Sommerreifen, sondern auch, weil durch die auf Wintereigenschaften ausgelegte Reifenkonstruktion der Rollwiderstand steigt und sich der Spritverbrauch unnötig erhöht.“

Der Sicherheitsaspekt spricht zudem dafür, den Reifenwechsel von einer Fachwerkstatt durchführen zu lassen. „Nur dann kann man sich wirklich darauf verlassen, dass Räder und Reifen optimal montiert sind und perfekt rund laufen“, betont Peter Groß. Das gelte insbesondere dann, wenn das eigene Fahrzeug über ein sogenanntes Reifendruck-Kontrollsystem (RDKS) verfügt, wie es eine EU-Regelung für alle ab dem 1. November 2014 zugelassenen Neufahrzeuge vorschreibt. „Solche Systeme müssen beim Reifenwechsel kalibriert und gewartet werden. Und das ist eindeutig eine Aufgabe für Spezialisten“, so Peter Groß.