Frost stellt Autobatterien auf harte Belastungsprobe

Wenn man es richtig macht, kann ein Auto mit zu schwacher Batterie per Starthilfekabel aus dem „Winterschlaf“ geweckt werden. Allerdings funktioniert das Verfahren heute nicht mehr bei allen Fahrzeugtypen.

Wenn man es richtig macht, kann ein Auto mit zu schwacher Batterie per Starthilfekabel aus dem „Winterschlaf“ geweckt werden. Allerdings funktioniert das Verfahren heute nicht mehr bei allen Fahrzeugtypen.

 

Mit Wintercheck böse Überraschungen vermeiden

Ursache Nummer eins für Autopannen ist nach wie vor die Batterie. So ging laut einer Statistik des ADAC im letzten Jahr jede dritte Panne auf eine defekte oder entladene Batterie zurück. „Moderne Autobatterien haben heute eine Lebenszeit von sechs bis acht Jahren. Schlapp machen sie vor allem im Winter, denn je mehr ihr Energiespeicher abkühlt, desto höher ist dessen Innenwiderstand und damit der Spannungsabfall unter Last“, erläutert Peter Groß vom bundesweit präsenten Reifen- und Autoservice-Dienstleister Vergölst. Genau deshalb streikten nach der ersten richtig kalten Nacht mit Temperaturen deutlich unter null Grad besonders viele Batterien.

Zwar kann man es wie Peter Groß auch positiv ausdrücken: „Schafft eine Autobatterie diese ersten Herausforderungen, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass sie den kompletten Winter durchhält.“ Doch insbesondere Autofahrern, die mit einer mindestens sechs Jahre alten Batterie unterwegs sind und sich unliebsame Überraschungen ersparen wollen, rät der Experte zu einem gründlichen Winter-Check in einer Fachwerkstatt. Denn zum einen stehe selbst bei einer brandneuen und vollgeladenen Batterie, bei 0 Grad Außentemperatur nur noch 65 Prozent ihrer ausgewiesenen Kapazität zur Verfügung. Und zum anderen werde schon bei leichtem Frost allein für den Start des Motors 155 Prozent der üblichen Leistung von der Batterie abgefordert. „Und je kälter es wird, desto mehr geht diese Bilanz zu Lasten der Batterie“, so Peter Groß.

Verschärft wird dieses Problem noch dadurch, dass aus Bequemlichkeit gerade im Winter besonders viele Kurzstrecken mit dem Auto zurückgelegt werden und dass bei kaltem Wetter auch mehr Energie für Heizung, Lüftung sowie Sitz- und Heckscheibenheizung benötigt wird. Zudem ist das Motoröl zähflüssiger, und bei Dieselmotoren kommt das energiefressende Vorglühen hinzu.

Aufmerksamer Blick ins Bordbuch

Wer nach der ersten richtig kalten Nacht feststellt, dass sein Auto nicht anspringt, sollte vor der Starthilfe durch einen Dritten aufmerksam das Bordbuch seines Fahrzeugs lesen. Wichtig ist, dass ein Starthilfekabel nur an den dafür vorgesehenen Punkten angeschlossen wird, denn sonst kann es zu Schäden an der teuren Bordelektronik kommen. Zu finden ist die Batterie übrigens nicht zwangsläufig unter der Motorhaube, sondern manchmal auch unter der Rücksitzbank oder im Kofferraum.

Bei neueren Fahrzeugen mit Start/Stop-Systemen ist die Wahl der richtigen Batterie von entscheidender Bedeutung. „Moderne Fahrzeuge verlangen viel von der Autobatterie. Sie sind auf das Gesamtsystem abgestimmt und müssen nach dem Einbau mit dem Fahrzeugsteuergerät mittels eines Diagnosesystems ‚verheiratet’ werden. Nur dann ist der zuverlässige Betrieb sichergestellt“, erläutert Peter Groß. Außerdem sei es wichtig, dass die Werkstatt neben der Batterie auch die Ladeleistung der Lichtmaschine überprüft, wenn nach einer eiskalten Nacht der Motor nicht anspringt.

2 Kommentare zu “Frost stellt Autobatterien auf harte Belastungsprobe

  1. SaschaM.

    Da kann ich nur zustimmen wie wichtig es ist die Autobatterie im Winter zu checken und bei Bedarf auf nachzuladen. Denn ein Wagen was nicht ansprint ist extrem nervend.

  2. Rico

    Interessanter Bericht, meine Empfehlung bei Auto und Motorrad wenn es im Winter nicht benützt wird einfach Abklemmen und in einen Raum mit Zimmer Temperatur abstellen.

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